Neujahrsempfang 2019

 

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Fast 200 geladene Gäste aus Politik, Unternehmen, Vereinen, Institutionen und der Brühler Bürgerschaft kamen trotz widrigen Wetters in den von Floristikmeister Marcel Schmitz wieder exklusiv dekorierten LopLop-Garten des Max-Ernst-Gymnasiums. Für die musikalische Gestaltung des Abends sorgte die Gruppe „Sharp Eight “, junge Musiker der Brühler Kunst- und Musikschule unter der Leitung von Elmar Frey.NJ2019 Musik 03207A

 

Die Parteivorsitzende Eva Maria Reiwer, begrüßte stellvertretend u.a. als Gäste: den Europaabgeordneten Axel Voss, Gregor Golland Mitglied des Landtages, unseren Landrat und Ehrenvorsitzenden Michael Kreuzberg zusammen mit seiner Gattin, das CDU Ehrenmitglied Ellen Thoben-Kreuzberg, den Kreisdirektor Michel Vogel, die Repräsentanten der Nachbarkommunen und als Vertreter der Stadt Brühl, den Bürgermeister Dieter Freytag, unseren 1. stv. Bürgermeister Wolfgang Poschmann sowie die Dezernenten Andreas Brandt, Gerd Schiffer und Stephanie Burkhardt. Ein besonderer Dank galt Herrn Berthold Phiesel, der als Rektor des Max-Ernst-Gymnysiums es der CDU Brühl für viele Jahre ermöglicht hat, in diesem schönen Ambiente den Neujahrsempfang durchzuführen.

 

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Reiwer konstatierte in Ihrem Begrüßungsstatement, dass wir uns über die geringste Arbeitslosigkeit seit nahezu 50 Jahren freuen können und es uns in Deutschland überwiegend gut geht. Dennoch sind z.B. zunehmende Altersarmut, Kinderarmut und bezahlbarer Wohnraum für Normalverdiener einige Schattenseiten unserer Wohlstandsgesellschaft. Die Folgen der Digitalisierung, Klimawandel, Zerfallserscheinungen unseres Ökosystems, die Verschiebung von über vielen Jahrzehnten geltenden Grundannahmen weltpolitischen Handelns und die Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit, die - selbst in einigen Ländern Europas - nicht mehr garantiert scheinen, bereiten den Menschen Angst. Gleichzeitig erleben wir eine Fragmentierung der Gesellschaft, eine Zunahme von Partikularinteressen. Die etablierten Volksparteien verlieren Wähler und Mitglieder an die nationalistisch agierenden Populisten. Sie steigen in den Bundesländern, in Deutschland und in Europa an . Das kann uns nicht gleichgültig sein.

Es muss für die Politik eine Aufgabe der Zukunft sein, zu den im Raum stehenden Fragen und Problemen Lösungen und für die als richtig empfundenen Antworten und Vorschläge Mehrheiten zu finden. Reiwer ist davon überzeugt, dass die CDU als demokratische Volkspartei, die Vielfalt unserer Gesellschaft mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und Ansichten in den Prozess der Entscheidungsfindung einbinden kann – auch unter direkter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Damit sollten und haben wir auf kommunaler Ebene bereits begonnen. Reiwer lädt abschließend alle ein, mitzumachen; immer konstruktiv - kritisch, streitbar und dabei immer im Sinne des bonum commune, der Ermahnung des Jeremia: ,,Suchet der Stadt Bestes, denn wenn es ihr wohl ergeht, so wird es euch auch wohl ergehen."


Holger Köllejan, Fraktionsvorsitzender der CDU Brühl
, spricht über die wichtigsten und dringendsten Themen der Zukunft und bilanziert kurz über das Geleistete. Dabei macht er deutlich, dass die zu erwartenden guten Haushaltsabschlüsse für 2017 und 2018 nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, dass ein strukturelles Defizit immer noch latent vorhanden ist. Auch in den nächsten Jahren ist deshalb eine vorsichtige Haushaltsplanung gefordert, um die mit der Finanzhoheit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten mittel- und langfristig zu sichern.                                                 

NJ2019 Koellejan 03228AEin besonderes Augenmerk lenkt er auf die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum für die Brühler Bürgerinnen und Bürger, ohne dabei eine gesunde Durchmischung von Baugebieten mit Eigenheimen, Eigentum- und Geschosswohnungen außer Acht zu lassen, um keine einseitigen, kritischen Sozialstruktur entstehen zu lassen. Mit der Schaffung von weiteren Siedlungsgebieten geht für Köllejan der Erhalt der Infrastruktur einher. Die Stadt Brühl erreicht mit Versorgungsquoten von 44% im Bereich der U3-Betreuung und 95% im Bereich der über drei Jahre alten Kinder einen Spitzenplatz im Rhein-Erft-Kreis. Diese Quoten liegen auch deutlich über dem Landesdurchschnitt. Für die in den nächsten Jahren zu erwartende stark steigende Nachfrage in der Kindertagesbetreuung wird schon heute konkret für zwei weitere Kindertagesstätten geplant. Sorge bereitet ihm allerdings das durch Pflichtaufgaben gestiegene Defizit in der Kinderbetreuung von 7 auf 10 Mio Euro in den letzten Jahren. Eine Entlastung der Kommunen durch die Landesregierung ist an dieser Stelle unumgänglich. „Unsere Landtagsmitglieder bitte ich an dieser Stelle um besondere Unterstützung“, so Köllejan.

Gleichwohl sollte dabei eine gesellschaftliche Verbindung älterer und jüngster Menschen möglich werden. Die neue Kindertagesstätte im Brühler Süden wird das ab 2020 gewährleisten. Die Politik der schwarz-grünen Koalition verfolgt damit nicht nur den Ansatz der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sondern verbindet in einer älter werdenden Gesellschaft an dieser Stelle die Großeltern-Eltern-Kind-Generation.

Zum Erhalt der über die Stadtgrenzen anerkannten Brühler Schullandschaft steht außer Frage, dass der Neubau der Erich-Kästner-Realschule so zu planen ist, dass künftig ein reibungsloser vierzügiger Schulbetrieb möglich ist, damit möglichen künftigen Entwicklungen schon jetzt in angemessener Weise Rechnung getragen wird. NJ2019MK GG 03237A

Für Köllejan sind Pflegeplätze eine weitere Herausforderung, die es zu meistern gilt. 200 weitere Plätze in der stationären Pflege und in Seniorenwohnheimen sind für unsere Stadt erforderlich. Auch sehen die Koalitionsparteien dringenden Handlungsbedarf, ein Konzept zum „Leben im Quartier im Alter und mit Einschränkungen“ zu erstellen, um den sich klar abzeichnenden Erfordernissen gerecht zu werden. Zweck dieses Konzepts muss der Aufbau eines Netzwerks für zielgerichtete Quartiersarbeit und für Hilfsangebote der betroffenen Personenkreise sein, damit Menschen auch im Alter und mit Einschränkungen heimatnah leben können. Gleichwohl sollte dabei eine gesellschaftliche Verbindung älterer und jüngster Menschen möglich werden. Die Politik der schwarz-grünen Koalition verfolgt damit nicht nur den Ansatz der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sondern verbindet in einer älter werdenden Gesellschaft an dieser Stelle die Großeltern-Eltern-Kind-Generation. Die neue Kindertagesstätte im Brühler Süden wird das ab 2020 gewährleisten.

Die Themen Sport und Verkehr streift Köllejan nur kurz mit einem Hinweis auf die von CDU und GRÜNEN beschlossenen Maßnahmen wie eine Erhöhung des Pro-Kopf-Zuschusses für Vereinsjugendliche rückwirkend zum 01.01.2018 und für die nächsten Jahre, um die Jugendarbeit der Vereine, die mit der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen unverzichtbare Präventionsarbeit leisten, zu unterstützen. Zum Thema Verkehr benennt er z.B. den nun abgeschlossenen Ausbau der Linie 18 mit höherer Taktung bis Brühl-Schwadorf, die Umsetzung des Radmasterplans, der Radpendlerroute Köln-Bonn und die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds am Brühler Schloss.NJ2019 Schnittchen 03313B

Für Köllejan bedingen die notwendigen Investitionen zur Entwicklung der Stadt aber auch eine entsprechende Wirtschaftsförderung, um die Finanzkraft der Stadt zu stärken. Auf Grund der knappen Ressourcen an Gewerbeflächen ist eine Unterstützung durch das Land notwendig, indem es Restriktionen, die manche Handlungsmöglichkeiten ausschließen, auf den Prüfstand stellt. Dass Deutschland seit nunmehr 74 Jahren in Frieden und Freiheit lebt und Wohlstand genießt, ist untrennbar mit der Idee einer Europäischen Union und deren Umsetzung verbunden. Wer glaubt, die Zukunft mit nationalen Alleingängen gestalten zu können, der hat seine Geschichtslektion nicht gelernt und nimmt Fakten nicht zur Kenntnis. Wer Europa auf’s Spiel setzt, der setzt auch das Wohlergehen unseres Landes auf’s Spiel“, so Köllejan.

Der nun vorab veröffentlichte Leitantrag der AfD-Programmkommission für den Mitte Januar 2019 stattfindenden Parteitag lässt mit seiner Idee eines Dexits das Schlimmste befürchten. Eine Rückkehr zu nationalen Systemen in den nationalen Grenzen hätte ungeahnte wirtschaftliche Konsequenzen, die wiederum die Grundfeste unserer inneren Ordnung und der Gesellschaft erschüttern würden. Es gilt deshalb am 26. Mai 2019 wählen zu gehen! Ein Großteil der britischen jungen Generation bedauert heute zutiefst, am Tage des Brexitreferendums von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch gemacht zu haben.

Unser Land hat 1989/90 elementar die fundamentale Botschaft des Textes unserer Nationalhymne erfahren. Einigkeit und Recht und Freiheit sind – wenn einmal erreicht – keine Ewigkeitsgüter. Die Aufrechterhaltung dieser Werte und der darauf aufbauenden Ordnung verlangt fortlaufend den Einsatz jedes Einzelnen. Die Politik muss immer wieder die aktuellen Bedürfnisse, Fragen, Sorgen und Ängste der Bürgerinnen und Bürger wahrnehmen, aufnehmen und darauf reagieren.


Axel Voss, Mitglied des Europarlaments, appeliert in seiner Rede eindringlich, die
Bedeutung der Europawahl am 26. Mai 2019 nicht zu unterschätzen und bittet unbedingt von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Der Zunahme von Populisten und Nationalisten in einem künftigen Europaparlament kann nur durch eine entsprechende Wahlbeteiligung und Kandidatenauswahl begegnet werden. Eine mögliche Blockadepolitik von Nationalisten und Populisten darf keine Mehrheit erlangen. Wenn – wie bereits geschehen – Hand an die Pressefreiheit und die Gerichtsbarkeit gelegt wird, ist schnell die Rechtsstaatlichkeit gefährdet und der Willkür Tür und Tor geöffnet.

NJ2019 Voss 03238A2Wir brauchen ein stabiles und einiges Europa, um neben USA, Russland und China unsere Interessen und Wertevorstellungen behaupten zu können. „Wer im ZDF die Sendereihe Die neue Seidenstraße - Chinas Griff nach Westen“ gesehen hat, weiß wovon ich spreche“, so Voss.

Künftig wird uns ein anderes Leben als noch vor 20 Jahren erwarten. Wer zukünftig den Zug der technischen Erneuerungen verpasst, wird wohl kaum eine 2. Chance erhalten. Wir müssen uns besser vernetzen und Grenzen werden weiter schwinden, so muss z.B. im Zuge der Elektromobilität ein Auto über Grenzen hinweg funktionsfähig bleiben. Wir müssen schneller reagieren, um sich den schneller wandelnden Situationen anpassen zu können. Dies muss auch auf Ebene der europäischen Union geschehen und man kann nicht immer auf die jeweilige Rechtsstaatlichkeit angewiesen sein, so Voss. Den vielschichtigen Problemen vom Brexit über Russland, Ukraine, Afrika, Flüchtlinge u.s.w. können nur mit einem erstarkten und geeinten Europa gelöst werden.

 

Im Anschluss wurden von der Parteivorsitzenden langjährige, anwesende Mitglieder der CDU Brühl geehrt:

für 25 Jahre der Kreisdirektor Michael Vogel

für 30 Jahre der 1. Beigeordnete der Stadt Brühl Andreas Brandt

für 40 Jahre Käthe Cyprian

für 50 Jahre das Ehrenmitglied Ellen Thoben-Kreuzberg; Friedbert Geiler; Heinz Hepp; Karl Mähler; Walter Simons

für 55 Jahre Hans Dahmen; Rolf Ehrenstein

und für außergewöhnliche 60 Jahre galt eine besondere Würdigung dem Altbürgermeister Wilhelm Schmitz.

 

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Reiwer lobte abschließend den fleißigen Einsatz der Damen und Herren aus den Vereinigungen und der Partei. Sie sorgten – wie in den Vorjahren schon – in hervorragender Weise für das leibliche Wohl der Anwesenden mit leckeren Häppchen, Sekt, Bier und Wasser.

Zum Schluss zog traditionell die frisch proklamierte erste Brühler Prinzessin Franziska I. mit ihrem Hofstaat ein. Der 1. stv. Bürgermeister, Wolfgang Poschmann, begrüßte und begleitete sie mit viel Witz auf der Bühne. NJ2019 Zappes 03333